Konferenzreport

• Marketing •

Zielgruppe Kind

Mit der Kinder-Zielgruppe von Beginn an in Kontakt zu sein, ist für die Vermarktung der Filme unerlässlich. Um die Verwertung eines Filmes so früh wie möglich mitdenken zu können, ist ein Umdenken der Förderinstrumente nötig. Konferenzteilnehmer wünschen sich u.a. folgende Neuerungen:


• Kinder als Experten wahrnehmen und in Entscheidungsprozesse einbeziehe

• höhere Marketingbudgets von mind. 25% der Herstellungskosten

• separate Fördertöpfe für Marketingmaßnahmen (ab der Stoffentwicklung)

• spezifischere und differenziertere Zielgruppenstudien

• größere Offenheit der Sendeanstalten im Hinblick auf Marketingmaßnahmen

• Medienbildungscamps für Redakteure und Verleiher im Hinblick auf Kinder als Zielgruppe

Zielgruppe Eltern

Im Hinblick auf die Zielgruppe Eltern soll das Image des Kinderfilms aufgebessert und eine bessere Orientierung geschaffen werden, u.a. durch folgende Maßnahmen:


• 
FSK Altersfreigaben reformieren und stärker differenzieren

• Ausbau der Kommunikationswege

– offline (vor allem im Kino)

– online (z.B. Influencer, Blogger)

• Einführung von ggf. bundesweiten subventionierten Familienkinotagen mit stark reduzierten Eintritten

• Stärkere medienpädagogische Begleitung im Kino (hierfür Schaffung von Strukturen, die den Kinos solchen Maßnahmen finanzieren)

• Daten, Fakten, Studien •

Infos und Wissen zum aktuellen Status des Kinderfilms müssen aufbereitet und an entsprechenden Stellen verbreitet werden. Konferenzteilnehmer forderten u.a.

• eine klare Zuordnung von Filmen als Kinderfilm (und Jugendfilm) in den Statistiken der FFA.

• eine zentrale Plattform, um die Sichtbarkeit vorhandener Studien zu steigern

• eine Schnittstelle zwischen Forschung und Datensuchenden zu etablieren

• konkrete Studien zu 

– medienpädagogischem Wissen bei Lehrenden und Lehramtsstudierenden

– Kinderfilmen im europäischen Vergleich 

• Diversität vor und hinter der Kamera •

„Diversität muss ein Thema sein, bis es kein Thema mehr ist“, lautet die Forderung aus dem Kreis der KonferenzteilnehmerInnen. Viele Kinder sehen sich nicht repräsentiert, es braucht einen Bewusstseinswandel. Konkrete Handlungsvorschläge lauten u.a.:

• obligatorische Weiterbildungen zum Thema „Diversität“ innerhalb der Branche

• Einführung einer Quote 50/50 bis 2020

• Gender Pay Gap abschaffen

• Kinderbetreuung im Filmbereich

• diverse Verteilung in Entscheidungsgremien

• mehr Diversität beim Casting, ohne das Thema zu instrumentalisieren

• Filmbildung für diverses Erzählen etablieren

• Diverse Besetzung der Auswahlgremien und deren Sensibilisierung für das Thema

 

• Erfolgs- und Qualitätskriterien •

Ein guter Kinderfilm stellt eine gute Frage. Die Zuschauerzahl entscheidet nicht alleine über den Erfolg eines Films. Davon ausgehend steht bei der Diskussion um Erfolg und Qualität von Kinderfilmen der Begriff der Vielfalt im Zentrum. Dazu braucht es:

• Förderung von Genrevielfalt und Vielfalt künstlerischer Handschriften (finanziell und ideell)

• Räume für Vielfalt in der Rezeption und Produktion

– Plattformen & Verbreitungswege

– neue Seherlebnisse im Kino.

Die hier aufgeführten Stichpunkte fassen die Ergebnisse der Arbeitsgruppen am 2. Tag kurz zusammen.

 

• Verbreitungswege •

Der Zugang zu Kinderfilmen soll zukünftig erleichtert werden, etwa durch

• Verlinkung aller Vertriebswege (Informationen bündeln)

• einen regelmäßigen Sendeplatz im Hauptprogramm bei ARD/ZDF

• Förderung von Brandbuilding vor den klassischen Finanzierungen

• Kinomagazine mit Tipps von der Zielgruppe selbst

• Förderung für Kinderfilmprogramme in Kinos

• größere Flexibilität im Hinblick auf die Auswertungskette bei Förderern

• Co Creation •

Der Zugang zu Kinderfilmen soll zukünftig erleichtert werden, etwa durch

Als ein weiterer Aspekt der Konferenz wurde deutlich, dass der Austausch mit der Zielgruppe selbst verbessert werden muss. Vorgeschlagene Maßnahmen sehen vor, die junge Zielgruppe als Experten künftig aktiv in den Entstehungsprozess von Filmen (von der Stoffentwicklung bis zur Vermarktung) mit einzubeziehen, z.B. durch

• Beteiligung von Kinder- und Jugendjurys, beispielsweise der FBW-Jugend Filmjury, in Gremien

• Partizipationsbudgets

• Extrapunkte für bestehende/geplante Zusammenarbeit mit der Zielgruppe im Entstehungsprozess von Filmen durch Filmförderungen

• Co-Creation Plattform

• Stärkung von Filmclubs

• Beteiligung von Kindern- und Jugendlichen in der Stoffentwicklung durch einen stärkeren Austausch der Filmschaffenden mit der Zielgruppe

• Lobbyarbeit •

Generell soll die Präsenz des Themas ‚Kinderfilm‘ intensiviert und die verschiedenen Interessengruppen näher zusammengebracht werden, u.a. durch

• stärkeren Einbezug von Kinderfilm in Gremien und Politik (z.B. FFA Verwaltungsrat)

• einen Runden Tisch „Lobby für Kinder“

• Suchen und Stärken von Netzwerken

• Einholen von Expertise über die Branche hinaus

• Filmbildung •

Im Hinblick auf die Filmbildung solle Kinderfilm als Kulturgut angesehen und stärker im schulischen und außerschulischen Bereich verankert werden. Wünschenswert wären u.a.

• ein Kulturtag ‚Film‘, der allen Familien den Zugang zum Kulturort Kino ermöglicht

• Strukturverbesserungen

– Raum, Personal, Geld

– Netzwerke in den Ländern stärken und verbinden

– Stärkere Verankerung von Film im Lehrplan

– Ausbau außerschulischer Kooperationen

– Fördergelder für Filmwerkstätten etc. 

Zur konkreten Umsetzung fassten die Konferenzteilnehmer den Entschluss, einen offiziellen Appell an die Kultusministerkonferenz der Bundesländer zu verfassen.

• Stoffentwicklung und Finanzierung •

Im Bereich der Stoffentwicklung und Finanzierung wurde sich für mehr Zeit und ein höheres Budget für die Entwicklung und Realisierung qualitätsvoller Kinderfilme ausgesprochen. Förderstrukturen und Budgets sollen den aktuellen Marktbedingungen entsprechend angepasst werden. Gefordert wurde u.a.

• ein besserer Austausch zwischen Kreativen und Entscheidern im Rahmen von Branchentreffs, Foren und Feedbackrunden

• neue Fördermöglichkeiten für AutorInnen und ProduzentInnen

– Exposé, Recherche, Treatment, Weiterentwicklung

– Quote für Kinderfilmförderung

– stärkere Autonomie kreativer Teams

• Die zentralen Forderungen im Überblick •

• Kinderfilm als Kulturgut anerkennen

• Filmbildung im schulischen und außerschulischen Bereich stärken

• Altersfreigaben der FSK – Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft reformieren und ausdifferenzieren (Abschaffung der Altersgrenze 12)

• Erfolgskriterien jenseits von Zuschauerzahlen etablieren

• Kinder als Experten wahrnehmen und in Entscheidungsprozesse einbeziehen und dies durch Budgets in der Filmförderung unterstützen

• Forschungsdaten aufbereiten und verbreiten

• Klare Definition des Begriffs Kinderfilm und Jugendfilm und eine klare Zuordnung in den Statistiken der FFA.

• mehr Diversität vor und hinter der Kamera sowie in Entscheidungsgremien

• Förderstrukturen und Budgets den aktuellen Marktbedingungen anpassen

• Thema ‚Kinderfilm‘ in Gremien und Politik verankern

• Verwertung des Films und entsprechende Marketingmaßnahmen ab der Stoffentwicklung mitdenken

• höhere Marketingbudgets von mind. 25% der Herstellungskosten erforderlich

• Kanäle und Multiplikatoren im Online-Bereich nutzen, um mehr Kinder und Eltern zu erreichen

• Bereich ‚Kinderfilm‘ an Filmhochschulen etablieren 

• Kommunikation mit Zielgruppe von Beginn an

• weitere Expertise außerhalb der Branche einholen

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